Rede von maiz und das kollektiv bei Feministischen Kampftag 8. März 2026
Unsere Antwort auf den Rechtsruck ist kein Rückzug – im Gegenteil: Wir gehen in die Offensive und unser Angriff heißt Solidarität, Achtsamkeit, Klugheit, Rebellion und Poesie.
Wir gehen durch schwierige, brutale, herausfordernde Zeiten. Es ist eine Zeit tiefer Veränderungen und Verunsicherungen. Eine Zeit der Kriege, der Femizide. Eine Zeit des Hasses, der Sparpolitik, des Abbaus sozialer Rechte. Eine Zeit der Zerstörung unseres Planeten und der Verunmöglichung von Leben.
Wir wissen, dass das noch andauern wird. Dass wir einen langen Atem im Kampf gegen patriarchale Gewalt, Sexismus, Antifeminismus, Rassismus, Neoliberalismus, Faschismus brauchen.
Wir wissen auch, dass wir diese Kämpfe nur kollektiv bestehen können.
Wir wissen, dass wir uns organisieren und bilden müssen, um all das zu überwinden – um gemeinsam eine bessere Welt zu imaginieren und aufzubauen.
Im Gegenstrom und Hand in Hand mit Abertausenden Mitstreiterinnen weltweit – sagen wir heute, morgen und übermorgen, unermüdlich und unbiegsam:
Hört auf! Hört zu!
Wir nehmen uns Brot, Rosen und Bildung!
Hört auf! Hört zu!
Wir bleiben nicht am Herd!
Hört auf! Hört zu!
Eure Prämie ist nichts wert!
Wir sind nicht naiv und auch nicht dumm. Sparpolitik ist kein Naturgesetz. Die Regierungen erzählen uns, sie müssten sparen. Dass sie Sozialausgaben wie Bildung, Arbeitslosengeld oder im Gesundheitssystem kürzen müssen. Sparpolitik wird als einzige Lösung dargestellt und umgesetzt – was für uns, für feministische Vereine von und für Migrant*innen, Förderstreichungen bedeutet. Für die FLINTA Personen, mit denen wir arbeiten, bedeutet es noch mehr Prekarität.
Wir sind nicht naiv und auch nicht dumm: Sparpolitik ist kein Naturgesetz. Sie dient der Verteidigung der Interessen der Privatwirtschaft. Es gibt andere Antworten auf die Krisen – und vor allem brauchen wir andere Fragen, um die sogenannte Wirtschaftskrise an der Wurzel anzugehen.
Denn wie kann es sein, dass Vermögen in Krisenzeiten steigen, während Geld für soziale Maßnahmen fehlt, aber für Bankenrettungen, militärische Aufrüstung und Subventionen jederzeit bereitsteht? Wie kann es sein?
Genug Aufrüstung – mehr Bildung und Beratung!
Wir wollen Kurse, Ausbildung mehr Geld für die Bildung.
Die Kehrseite der Sparpolitik ist immer die Unterstützung von Unternehmen und die strikte Weigerung, Reiche gerecht zu besteuern.
Höhere Steuern für Reiche!
Genug Sparen bei den Armen!
Im Sozial- und Integrationsbereich des Landes OÖ wird massiv gekürzt. Die Sozialabteilung kürzt und streicht die Finanzierung feministischer Migrant*innenorganisationen. Wir, das kollektiv und maiz, sind stark davon betroffen. Uns wurde die Basisfinanzierung zur Gänze gestrichen.
Andere Vereine wurden bereits zerstört.
Aber uns werden sie nicht zerstören!
Hört auf! Hört zu!
Wir werden bleiben!
Währenddessen werden erhöhte Investitionen in Aufrüstung zelebriert, und die EU erlaubt Österreich im Rahmen der Budgetplanung, mehr Schulden für die Aufrüstung und Krieg aufzunehmen.
Genug Kürzungen!
Ausbildung für alle!
Und wir wissen auch: den höchsten Preis für diese Sparpolitik zahlen vor allem FLINTA Personen. Sie tragen die Last der Kürzungen – in der Kinderbetreuung, in der Pflege, im Gesundheitswesen, in der Sorgearbeit. FLINTA sind überproportional von prekären Arbeitsverhältnissen, niedrigen Löhnen und fehlender sozialer Absicherung betroffen. Und unter den FLINTA sind es vor allem Migrant*innen, Schwarze, Musliminnen, Personen mit Beeinträchtigungen davon betroffen.
Daher schreien wir:
Genug Streichungen –
soziale Sicherheit!
Genug Hausordnung – überall Kinderbetreuung!
Genug Gewalt! Feministische Bildung für Transformation!
Genug Gewalt! Wir wollen uns bilden und leben – nicht nur überleben!
Wir wollen leben
Nicht nur überleben!