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ZEP – Zugang zu höherer Bildung & Entwicklung von Perspektiven

Duration Time Februar 2019 - Oktober 2022

Netzwerk: BILL, ISOP, das kollektiv, uniT

Laufzeit:
Februar 2019 - Juni 2022

das kollektiv Ansprechpartnerin:
Rúbia Salgado  (rubia@das-kollektiv.at)

Finanzierung:
Europäischer Sozialfond, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

 

Inhalte und Ziele des Projektes

Um das Potenzial von bildungsbenachteiligten Menschen und von Menschen mit geringen Qualifikationen zu erschließen und deren Einstieg in höhere Bildung zu fördern, braucht es Bildungsangebote, die an den Ressourcen, Fähigkeiten und Kompetenzen von Lernenden ansetzen und flexible Bildungswege ermöglichen. Sie erhöhen die Durchlässigkeit des Bildungssystems und ermöglichen Zugang zu weiterführender Bildung, beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie zum tertiären Bildungssegment, was wiederum die Teilhabechancen am Arbeitsmarkt und am lebenslangen Lernen fördert.

Obwohl Angebote für Jugendliche und Erwachsene zum Erwerb formaler Abschlüsse zur Verfügung stehen, können diese häufig nicht erfolgreich genutzt werden. Soziodemografische Faktoren (Migrationshintergrund, soziale Herkunft, Gender, Alter,...) und individuelle Ausgangssituationen beeinflussen die Partizipation am Bildungsprozess. Bildungsbenachteiligung zeigt sich an jenen Stellen, an denen Barrieren sichtbar werden und wo bei relevanten Übergängen entsprechende Unterstützung fehlt. Erfahrungen aus der Praxis verweisen am Übergang zur beruflichen Ausbildung bzw. zu weiterführender Bildung auf einen Bedarf an Bildungscoaching und Orte, wo Lernhandeln „ausprobiert“ werden kann sowie flexible Lernangebote. Wichtig ist an vorhandenen Kompetenzen anzusetzen, diese sichtbar zu machen und in Beziehung zu Anforderungen und Zielen zu setzen. Das stärkt die Motivation und das Selbstbewusstsein.

Das vorliegende Projekt entwickelt und erprobt vor diesem Hintergrund und in Bezug zur Investitionspriorität IP 3.2 (10iii) des ESF operationellen Programms „Beschäftigung Österreich 2014-2020“ ein flexibles und modular aufgebautes Modell, das insbesondere die Übergänge von Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II und in das postsekundäre bzw. tertiäre Bildungssegment ins Zentrum stellt.

 

Aktivitäten im Teilprojekt ZEP das kollektiv

Eine große Herausforderung in Österreichs Bildungssystem bildet das Ziel der Erhöhung der Chancen von Migrant*innen auf eine gute Ausbildung und auf eine bessere Stellung am Arbeitsmarkt. Denn Personen mit Migrationshintergrund sind in den niedrigsten Bildungsschichten überproportional vertreten. Laut dem Statistischen Jahrbuch „migration & integration“ (Statistik Austria, 2017) hatten 2016 12% der Personen ohne Migrationshintergrund (25 bis 64 Jahre) als höchste abgeschlossene Ausbildung einen Pflichtschulabschluss, bei Migranti*nnen waren es 27%. Bildungsvererbung bei Migrant*nnen ist laut dem o.e. Jahrbuch ebenso stärker ausgeprägt als bei Personen ohne Migrationshintergrund: „Fast jede zweite Person mit Migrationshintergrund (47%), deren Eltern lediglich einen Pflichtschulabschluss aufwiesen, verfügte 2014 ebenfalls über keinen höheren Bildungsabschluss.“ (ebd.) Um diese Entwicklung entgegen zu wirken bedarf es bildungspolitischer Maßnahmen, die beispielsweise in Form von Projekten - wie das hier geplante Vorhaben – auf der Praxisebene der Bildungsarbeit umgesetzt werden.

Zur Verringerung von Barrieren im Zugang zu höherer anerkannter formaler Bildung bedarf es eines Angebotes, das spezifische Kenntnisse vermittelt, alternative Wege und Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung aufzeigt, das von herkömmlichen klassischen Bildungslaufbahnen abweicht, auf die Interessen der potenziellen Teilnehmer*innen Bezug nimmt, auf ihre Erfahrungen und auch non formal erworbenen Kenntnisse aufbaut und geschlechterstereotype Entscheidungsmuster der Bildungsentscheidung aufbricht.

Ganzheitlich und nachhaltig ausgerichtete Bildungsangebote bedürfen der Einbindung von Elementen, die die Wahrnehmung und Gestaltung der eigenen Biografie/Lebensplanung in Relation zu Realitäten in Wirtschaft und Gesellschaft stellen. 

Das Projekt versteht sich als Bindeglied in der Schnittstelle zwischen Pflichtschule und weiterführender Bildung (Sekundarstufe II, BRP) sowie als Brücke zu Hochschulbildung (Studienberechtigung).
 

Zielgruppe: benachteiligte Personen mit Migrationshintergrund (mindestens 80% Frauen) mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und Lernerfahrungen
 

Maßnahmen:
- Aufbau von Kooperationen und Vernetzungsstrukturen
- Kooperation mit Migrant*innenorganisationen, Schulung von Multiplikator*innen zur Zielgruppenerreichung
- Entwicklung eines Konzepts zur prozessorientierten Bildungsbegleitung
- Entwicklung & Umsetzung von Übergangsmodulen
- Entwicklung eines Tools zur Selbstevaluation
- Öffentlichkeitsarbeit
- Durchführung einer Tagung


Nachrichten des Projektes

03.07.2019: ZEP: Anmeldung geöffnet!
ZEP Module
ZEP Broschure

ZEP Projekt das kollektiv