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Hearing Learners Voices: Paths of Reflection, Solidarity and Transformation

ENHANCE - Enhancing Adult Learners Voices: Multiplier Event in Austria

das kollektiv führt in Kooperation mit anderen Organisationen das Projekt ENHANCE - Enhancing Adult Learners Voices, ein Projekt, das uns ermöglicht, Lernenden orientierten Ansätzen neu bzw. weiterzuentwickeln.

Wie im Rahmen der Förderung vorgesehen, führt das kolletive am 23 und 24. April 2026 in Linz ein „Multiplier Event“ durch, um Kolleg*innen, Teilnehmenden und Interessierten einen Einblick in die Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes zu ermöglichen, und um einen Raum für Vertiefung und Auseinandersetzung mit Fragen, die im Rahmen der Arbeit entstanden sind, zu gestalten.


Donnerstag, 23. April 2026:  Diskussion über Teilhabe, pädagogische Verhältnisse und das hegemonial strukturierte Hören.

Ein Gespräch mit Amalia Barboza, Nora Landkammer, Rúbia Salgado und Gergana Mineva (Moderation).

Ort: das kollektiv, Graben 3, 4020 Linz
Uhrzeit: 18:30h bis 20:30h 

Amalia Barboza ist Künstlerin, Soziologin und Kulturwissenschaftlerin. Seit 2019 ist sie Professorin für künstlerische Forschung an der Kunstuniversität Linz und Leiterin des BA-Studiengangs Kulturwissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen künstlerische Forschung, Wissenssoziologie, Migration und Interkulturalität. In ihrer Arbeit verbindet sie künstlerische und wissenschaftliche Methoden und integriert relationale und performative Methoden in den Forschungsprozess, um alltägliche und oft institutionell unsichtbare Praktiken – insbesondere in Migrationskontexten – sichtbar zu machen. Sie versteht diese Praktiken im Sinne von Michel de Certeaus „Künsten des Handelns" als Formen des Widerstands und der kreativen Aneignung. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen City Atlas (2025), Umwege / Detours: Künstlerische Wissenspraktiken als dekoloniale Strategien / Artistic Knowledge Practices as Decolonial Strategies (2025) sowie Brasilien am Main (transcript Verlag, 2019), eine Forschungsarbeit über die brasilianische Diaspora in Frankfurt am Main.

Nora Landkammer (*1983) ist Kunstvermittlerin und leitet als Professorin am Institut für Kunst und Bildung der Kunstuniversität Linz die Abteilung Fachdidaktik – Vermittlung – Forschung. In Praxis und Forschung liegt ihr Fokus auf kolonialitäts- und diskriminierungskritischen Perspektiven in der künstlerischen Bildungsarbeit und ihren Institutionen. Mehr Information unter https://www.kunstuni-linz.at/universitaet/organisation/institute/kunst-und-bildung/fachdidaktik-vermittlung-forschung/personen/nora-landkammer

Rúbia Salgado ist als Erwachsenenbildner*in, Kulturarbeiter_in und Autor_in in selbstorganisierten Kontexten tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Feld der kritischen Bildungs- und Kulturarbeit in der Migrationsgesellschaft. Sie arbeitet in Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich der Erwachsenbildung für Migrant_innen, als Unterrichtende in der Erwachsenenbildung (Deutsch als Zweitsprache, Alphabetisierung, Kulturvermittlung) und in der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden sowie als pädagogische Leiter*in der Bildungsarbeit mit Migrant*innen in maiz.

Gergana Mineva (Moderation) war langjährige Mitarbeiterin der Selbstorganisation maiz in den Bereichen Bildung, Forschung und Sex & Work und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang u.a. mit kritischen, bzw. gegenhegemonialen Zugängen zu Erwachsenenbildung in der Migrationsgesellschaft und Ansätze zu Transformation der bestehenden, ungerechten und gewaltvollen Verhältnissen, nun u.a. in der Koordination des Vereins das kollektiv. kritische bildungs-, beratungs- und kulturarbeit von und für migrantinnen in Linz. Sie ist aktuell in Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich der Erwachsenbildung für Migrantinnen, als Unterrichtende in der Erwachsenenbildung (Basisbildung, Deutsch als Zweitsprache), in der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden, als Beraterin und als externe Lektorin tätig.


Freitag, 24. April 2026. Präsentation von Ergebnissen und Workshops

Ort: das kollektiv, Graben 3, 4020 Linz

  • 11:00-12:00h: Präsentation der Projektergebnisse von ENHANCE - Enhancing Adult learners voices 
  • 12:00-12:30h: Präsentation das kollektiv aus Sicht von Teilnehmenden 
  • 12:30-13:30h: Workshops "Sprechen und gehört werden"
  • 13:30-13:45h: Pause 
  • 13:45-15:30h: Formulierung von Fragen für die Praxis 
  • 15:30-16:00h: Abschluss  


Die Workshops werden alle mit den gleichen Themen sich beschäftigen, aber jede orientiert sich an den verschiedenen Zielgruppen, die bei der Veranstaltung teilgenommen werden: Kolleg*innen und Interessierten tätig in pädagogische Arbeit mit Erwachsenen, Studierende bei dem Institut für Kunst und Bildung der Kunstuniversität Linz, erwachsene migrierte und geflüchtete Frauen*, die gerade Erwachsenebildungsangebote besuchen.

 

Inhalt der Veranstaltung

Im Projekt ENHANCE - Enhancing Adult learners voices haben wir uns, gemeinsam mit unseren Partner*innen, mit dem Konzept der „Stimme der Lernenden“ auseinandergesetzt, mit dem geteilten Verständnis, dass es hier um ein metaphorischen Ausdruck für die Teilhabe und Handlungsfähigkeit der Lernenden in pädagogischen Prozessen handelt. Dabei wurde das Prozesshafte und Transformative in den Vordergrund gerückt und danach gefragt, welche Bedingungen erforderlich sind, damit Lernende ihre Bildungsprozesse und gesellschaftliche Verhältnisse mitbestimmen und mitgestalten (vgl. Backgrund Paper, S. 7: http://enhancelearnervoice.com/wp-content/uploads/2025/09/ENHANCE_D2.1_Background-Paper.pdf ).

Im Rahmen der Veranstaltung „Hearing Learners Voices: Paths of Reflection, Solidarity and Transformation“ denken wir, ausgehend von den Projektergebnissen, weiter und fragen danach, was es bedeutet und was es braucht, damit wir als Lehrende die „Stimmen“ der Lehrenden wirklich zu hören und eine Transformation der herrschenden gewaltvollen gesellschaftlichen Verhältnisse gemeinsam anzustreben. Diese Beschäftigung geht mit einer tiefgehenden Reflexion einher und beinhaltet Fragen wie:

  • Welche gesellschaftlichen Machtpositionen nehme ich ein? Wie verschränken sich diese und welche Privilegien, bzw. Benachteiligungen ergeben sich daraus?

  • Wie relevant sind meine Privilegien und Verstrickungen in Gewaltverhältnisse für das Unterrichtsgeschehen? Können sie mir Perspektiven versperren oder verschleiern? Können sie sich auf mein Hören, also auf meine Wahrnehmung und Interpretation auswirken? Wie könnten sie (selbst ungewollt) im Unterricht wirksam werden und Gewaltverhältnisse reproduzieren?

  • Was wissen wir und was glauben wir, über die Teilnehmenden zu wissen? Welche Reflexionstools brauchen wir, um zu erkennen, wann dieses Wissen auf Vorurteilen oder Vorannahmen basiert, die Inferiorisierungen wiederholen? Wie soll der Lernraum gestaltet sein und was erzählt das über meine Unterrichtsgestaltung und die Prozesse, die angestoßen werden?

  • Welche inhaltlichen Positionen vertrete oder bestätige ich mit meinen didaktischen und methodologischen Entscheidungen? Was zeige oder vermittle ich, was wird ausgeblendet? Was wird stereotypisiert? Wer wird nicht repräsentiert? Welche ideologischen Vorstellungen werden bestätigt? Welche Normen prägen die Strukturen, Darstellungen und Inhalte und wie stehe ich dazu?

  • Mit wem solidarisiere ich mich? Wie zeigt sich das?

  • Wie könnte mein Unterricht zu einer Transformation der Verhältnisse beitragen? Woran würde ich das erkennen?

  • Bin ich wirklich bereit, auf eine Weise zu handeln, die meine eigene Position und Annahmen in Frage stellt und destabilisiert? Was bedeutet das für mich? Was verändert es in mir? Wie nehme ich diese Veränderung wahr? Wie könnte ich sie in Handlung übersetzen?